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AWS Amazon Web Services Office in Houston, Texas, tags: unternehmen - CC BY-SA

AWS-Panne legt globale Schwachstellen offen und zwingt Großunternehmen zur Risikoprüfung

Weltweit arbeiten Unternehmen noch immer daran, die Folgen des schwersten Ausfalls von Amazon Web Services seit Jahren zu bewältigen. Die Störung, die sich Ende Oktober ereignete und rund 15 Stunden andauerte, zeigte erneut, wie stark Alltagsdienste von einer kleinen Gruppe von Cloud-Anbietern abhängen.

Erste Schätzungen gehen von möglichen Verlusten von bis zu 500 Millionen € aus. Deutsche Firmen, ohnehin wachsam seit dem CrowdStrike-Ausfall im vergangenen Jahr, beobachten das Geschehen genau, um Lehren für ihre eigene Digitalrisiko-Planung zu ziehen.

Fehler löst Chaos aus

Der Vorfall begann in Amazons Region US-East-1, dem größten und ältesten Cloud-Hub des Unternehmens, nachdem ein versteckter Fehler in der Automatisierungssoftware DNS-Einträge für DynamoDB beschädigte. Dieser einzelne Patzer hinderte Tausende Anwendungen daran, essenzielle Daten zu finden.

Automatisierte Tools, die den Eintrag eigentlich hätten reparieren sollen, versagten, sodass Ingenieur*innen das Problem manuell beheben mussten. Die Verzögerung führte dazu, dass sich die Störung auf mehr als 2.000 Großunternehmen und Zehntausende kleinere Organisationen ausbreitete.

Weitreichende Dienstunterbrechungen

Große Verbraucherplattformen gehörten zu den sichtbarsten Opfern: Snapchat, Reddit, Fortnite, Duolingo, Signal und Coinbase waren zeitweise offline. Auch Amazons eigene Dienste, darunter Alexa und Prime Video, fielen aus. Einige Bankseiten, Telekom-Anbieter und Zahlungssysteme stockten, was in mehreren Ländern zu verzögerten Transaktionen führte. Selbst Smart-Home-Geräte hatten Probleme – Besitzer vernetzter Betten konnten weder Temperatur noch Neigungswinkel einstellen.

Amazon entschuldigte sich später, kündigte verstärkte Schutzmechanismen, eine Neugestaltung des fehlerhaften Automatisierungsprozesses und einen ausführlichen Bericht an. Analyst*innen schätzen versicherte Schäden von bis zu 581 Millionen US-Dollar; der Endbetrag könnte jedoch niedriger liegen, weil der Ausfall keine 24 Stunden dauerte und viele Unternehmen wohl keine Ansprüche geltend machen.

Jedes deutsche Unternehmen, das zunehmend auf AWS, Azure oder Google Cloud setzt, sieht den Vorfall als Erinnerung daran, dass Resilienzplanung nicht optional ist. Beobachter erwarten nun, dass Aufsichtsbehörden und IT-Abteilungen ihre Redundanzstrategien überarbeiten, damit ein einziger fehlerhafter Eintrag globale Abläufe nie wieder zum Stillstand bringt.